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Dingel, Irene/Leppin, Volker (Hrsg.): Das Reformatorenlexikon

Artikelnummer: 978-3-650-40009-3

Biografien und Werke von Reformatoren

Gewicht: 0.68 kg

Rezension:

Im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 erleben Publikationen zur Geschichte der Reformation und des Konfessionellen Zeitalters einen Boom. In diesem Zusammenhang ist auch das von Irene Dingel und Volker Leppin herausgegebene Reformatorenlexikon entstanden. Das kompakte Lexikon bietet einen Überblick über Biografie und Werk der bedeutendsten Reformatoren und erspart somit das Wälzen dickleibiger Fachlexika.
Es vereint Artikel zu 41 Personen, die sich im 16. Jahrhundert zu führenden Theologen der Reformation entwickelten. Einige, wie Luther und Melanchthon für die Wittenberger Reformation sowie Calvin, Zwingli und Bucer für die schweizerisch-oberdeutsche Reformation, erlangten als Theologen und Kirchenreformer welthistorische Bedeutung.
Andere sind heute weitgehend vergessen, was vor allem für diejenigen gilt, die in Regionen wirkten, wo die Gegenreformation den Sieg davontrug. Wieder andere, wie Michael Agricola in Finnland und John Knox in Schottland, wirkten in geographischen Randgebieten. Eine dritte Gruppe bildet der radikale Flügel der Reformation um Thomas Müntzer und Menno Simons, der nicht nur von katholischer, sondern auch von protestantischer Seite bekämpft wurde.
Das Reformatorenlexikon bemüht sich, eine Konzentration auf das Heilige Römische Reich zu vermeiden und die europäischen Länder und Regionen möglichst gleichgewichtig abzudecken. Mit Argula von Grumbach und Katharina Schütz Zell sind auch zwei „Quotenfrauen“ im Lexikon vertreten. Über die Auswahl der Personen lässt sich ebenso streiten wie über den zugrunde gelegten Reformationsbegriff. Dieser erfasst nur das 16. Jahrhundert, weshalb bedeutende Vorläufer wie John Wyclif, Jan Hus und Girolamo Savonarola nicht aufgenommen wurden. Außerdem bereitet die Abgrenzung zur katholischen Reform dem Lexikon Probleme. Der Humanist Erasmus von Rotterdam hat keinen Artikel erhalten, Juan de Valdés und Pietro Paolo Vergerio der Jüngere, die ebenso wenig der katholischen Kirche den Rücken kehrten, aber schon.
Positiv hervorzuheben ist die einheitliche Gliederung der Artikel. Sie stellen die Biografie, die theologischen Hauptwerke und die Wirkungsgeschichte des jeweiligen Reformators vor und schließen mit einem Quellen- und Literaturverzeichnis ab.

Die meisten Autorinnen und Autoren des Lexikons sind Kirchenhistoriker, weshalb die Texte einen theologischen Schwerpunkt aufweisen, ohne aber für den historisch interessierten Leser unverständlich oder irrelevant zu werden.
Ein Orts- und Personenregister erleichtert die Arbeit mit dem Reformatorenlexikon. Leider werden die in den Quellen- und Literaturangaben genutzten Abkürzungen an keiner Stelle aufgeschlüsselt.

© Thomas Gräfe

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Leseprobe
Format
gebunden
Seiten
304
Jahr
214
Verlag
Verlag Lambert Schneider
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