0 0
Dieser Online-Shop verwendet Cookies für ein optimales Einkaufserlebnis. Dabei werden beispielsweise die Session-Informationen oder die Spracheinstellung auf Ihrem Rechner gespeichert. Ohne Cookies ist der Funktionsumfang des Online-Shops eingeschränkt. Sind Sie damit nicht einverstanden, klicken Sie bitte hier.
Artikel 0 von 1

Gärten Gottes 2018

Artikelnummer: 978-3-8400-7138-6

Krezgänge europäischer Klöster

Rezension:

Muss man fromm sein, um an „Gärten Gottes“ Gefallen zu finden? Gemeint sind damit Kreuzgänge und Innenhöfe aller Art in Klöstern und Kathedralen – romanische, gotische oder barocke Architektur mit Pflanzen und lauschigen Brunnen. Werner Richner, einem erfahrenen und erfolgreichen Fotografen, ging es wohl tatsächlich auch um spirituelle Erfahrungen, aber die außerordentlich schönen Orte seines Kalenders, die granitenen Säulen und stillen Brunnen, die Hortensien und Sonnenblumen gefallen zweifellos jedem, der nur ein wenig Sinn für Schönheit besitzt.

Auffällig muss es sein, dass Richner die Vogelperspektive vermied, also kein einziges Mal von oben auf die Innenhöfe schaut – immer ist seine Perspektive die eines Besuchers, der durch die Säulen hindurch, an ihnen entlang oder aus der Entfernung, aber eben immer von gleicher Höhe aus auf sie blickt. Immer bewegt man sich in der Horizontale, und natürlich bestimmt immer der Rhythmus der Säulen und Pfeiler die Struktur des Bildes.

Fast alle Bilder sind streng symmetrisch aufgebaut. Und auf keinem einzigen findet sich eine Person: Sie zeigen Architektur, Pflanzen und meist auch einen Brunnen, der zur Regelausstattung eines Kreuzganges gehört, aber niemals einen Menschen oder eine Kreatur. Außerdem spiegeln die Fotos nicht die Jahreszeiten.

Seltsamerweise befinden sich die beiden schönsten Bilder gleich am Anfang des Kalenders, die – jedenfalls für meine Augen – schwächeren am Ende. Die korrekt geschnittenen Hecken von Sankt Michel im belgischen Gent zeigt der Dezember, und im Oktober fällt der Blick über einen wuchernden Klostergarten hinweg auf die etwas langweilige Wand des Klosters Mehrerau in Österreich. Auch das sind schöne, geschickt fotografierte Orte, aber sie können sich nicht neben dem portugiesischen Kloster Batalha in Portugal sehen lassen, dessen geradezu orientalische Pracht mit den fein ziselierten Säulen des spätgotischen Maßwerks wohl keinen unberührt lassen wird. Der Anblick ist geradezu unfassbar schön! Im Internet hat der Rezensent nach anderen Fotos dieses Klosters gesucht und gibt dem Bild Richner den ersten Preis: Keines zeigt die Schönheit dieses Ortes so, wie es ihm gelungen ist.

Ähnlich schön ist der diagonal fotografierte Innenhof der Abtei Mont Saint-Michel in der Normandie (Februar), wo der Umgang fast wie ein Scherenschnitt vor dem Grün des Gartens wirkt. Es folgen dann besonders Fotos aus Frankreich, aber eigenartigerweise kein einziges aus Spanien. Aus Deutschland ist allein der Mainzer Dom dabei. Vielleicht sollte noch die Abtei von Daoulas im äußersten Westen Frankreichs herausgehoben werden – hier allerdings liegt kein gar so berühmtes Kloster. Aber das Foto ist wirklich wunderbar, und unwillkürlich sehnt man sich danach, an dem kleinen, in der Sonne glitzernden Brunnen zwischen den grünen Pflanzen zu stehen.

Ein besonderes Moment auf allen Fotos ist die große Tiefenschärfe; Vordergrund und Hintergrund sind gleich wichtig, und es ist fast immer ein Raum, der sich vor dem Betrachter in eine manchmal beträchtliche Tiefe hinein erstreckt, kaum jemals eine Wand, die einfach nur den Blick versperrt. Das Gehen ist eines der ältesten Symbole der Religion und taucht ja auch im Begriff „Kreuzgang“ auf; man geht im Geiste an den Pflanzen und an den Pfeilern vorbei und möchte im Inneren der Klöster und Kirchen verschwinden…

Der große, technisch hochwertige Kalender ist vorbehaltlos zu empfehlen.

© Stefan Diebitz

Verlagsinformationen:

- die schönsten Kreuzgänge Europas laden zur Einkehr ein
- außergewöhnliche Zeugnisse gotischer und romanischer Baukunst
- meditativ-romantische Atmosphäre
- von dem international bekannten Fotografen Werner Richner

Format 49 x 47 cm

© Athesia Verlag

bestellen bei:

buecher.de   Buch24.de   Hugendubel   Booklooker   ebook.de   Thalia   Amazon

Format
Spiralbindung
Seiten
12
Jahr
2017
Verlag
Athesia
Größe
49 x 47 cm
Es liegen keine Kommentare zu diesem Artikel vor.