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Hodgson, Antonia: Teufelsloch - Tom Hawkins Bd. 1

Artikelnummer: 978-3-426-65345-6

Selbst Gefangener im Londoner Schuldgefängnis versucht Tom Hawkins dort einen Mord aufzuklären.

Rezension

Thomas Hawkins genießt in London im Jahre 1627 sein Leben mit Frauen, Spiel und Alkohol. Wie gewünscht, den Posten seines Vaters als Landpfarrer zu übernehmen, hat er abgelehnt und so den Bruch mit der Familie herbeigeführt. So weigert er sich auch, den Vater um Hilfe zu bitten, als er seine Schulden nicht zahlen kann und die Einweisung ins Schuldgefängnis droht.
Das Marshalsea ist eines der berüchtigsten Schuldgefängnisse Londons und schnell merkt Tom, dass es dort nicht ungefährlich ist. Dies gilt schon, wenn man nur ein einfacher Gefangener ist. Doch Tom wird in der Zelle untergebracht, in der vor einigen Monaten ein angeblicher Selbstmörder lebte und nun soll er beweisen, dass es Mord war und den Schuldigen finden.
Aber nicht jeder ist an der Aufklärung interessiert und so droht ihm Gefahr nicht nur von dem Mörder, der sich wahrscheinlich noch im Gefängnis befindet.

Antonia Hodgson wollte in ihrem Roman das Leben im Marshalsea des 17. Jahrhunderts darstellen. Das wird durch die „Historischen Anmerkungen“ zu Anfang und die „Auflistung der historischen Figuren“ am Ende des Buches deutlich. Vielen Autoren, die sich das Ziel setzen Geschichte durch einen Roman zu vermitteln gelingt dies nicht. Sie konstruieren eine Handlung um die Fakten herum, was man an Stil und Handlung spürt.
Ganz anders bei diesem Roman. Hodgson ist es gelungen das Leben und die Bedingungen im Marschalsea lebendig und recht detailliert darzustellen, ohne dabei wie Berichte wirkenden Passagen einzustreuen.
Auch die Handlung ist schlüssig und spannend. Es gibt viele Verdächtige, aber in dem verschwiegenen Gefängnis ist es für Tom fast unmöglich, Beweise zu finden. Sein offener, ehrlicher Charakter macht es ihm auch nicht gerade leichter.
Der Leser begleitet Tom durch nur vier Tage im Marshalsea und eine kurze Zeit danach. Obwohl diese kurze Zeitspanne auf rund 500 Seiten dargestellt wird, bleiben Neugier und Spannung erhalten.
Die historischen Fakten bezog die Autorin unter anderem aus dem Tagebuch von John Grano, der von 1728 bis 1729 im Marshalsea einsaß. Viele der Charaktere beruhen zudem auf historisch verbürgten Personen. Man mag manchmal kaum glauben, mit welcher Willkür und Brutalität dieses Gefängnis geführt wurde. Es sind zum Teil sehr grausame Szenen, die geschildert werden. Trotz aller Deutlichkeit sind sie jedoch nicht so dargestellt, dass eher Mitgefühl entsteht, als dass, wie bei vielen modernen Autoren, die brutale Darstellung im Vordergrund steht. Leider lässt sich aber sehr leicht ein historischer Fehler finden, der dann doch an anderen Beschreibungen zweifeln lässt. Das im Marshalsea grassierende Faulfieber aht eine Inkubationszeit von ca. 14 Tagen. Im Roman sind es eher 14 Stunden.

Wer diesen historischen Kriminalroman genossen hat, kann sich auf weitere Abenteuer von Tom Hawkins freuen, die auf Englisch (Juni2015) bereits erschienen sind.

S. Brink

Verlagsinformation:

1727. Tom Hawkins will lieber verdammt sein, als Landpfarrer zu werden wie sein Vater. Er liebt die Frauen, das Bier und das Glücksspiel – und landet eines Nachts im berüchtigten Londoner Schuldgefängnis »The Marshalsea«. Schnell erkennt Tom, dass in diesem »Teufelsloch« nur überlebt, wer sich nützlich machen kann: Er verdingt sich als Ermittler in einem hinterlistigen Gefängnismord – eine Idee, an der sein düsterer Zellengenosse Fleet sogleich Gefallen findet. Doch Tom ist auf der Hut, gilt Fleet doch selbst bei den abgebrühtesten Bütteln des Marshalsea als Ausgeburt der Hölle…

© Droemer Verlag

weitere Titel der Autorin

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Leseprobe
Format
gebunden
Seiten
491
Jahr
2014
Verlag
Droemer
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